Jede radikale gesellschaftliche Transformation benötigt ein Subjekt, das zum einen Träger neuer Ideen ist und zudem dazu bereit, diese Ideen auch in die Praxis umzusetzen. Der Marxismus glaubte noch an das Proletariat als revolutionäres Subjekt der Geschichte. Denn für ihn war die Geschichte vor allem eine Geschichte der sich verändernden Produktionsbedingungen materieller Güter und damit die Geschichte der »werktätigen Massen«. Nachdem sich, zumindest in der westlichen Welt, diese sogenannten werktätigen Massen bessere Arbeitsbedingungen und einen immer größeren Anteil am gesellschaftlichen Wohlstand erkämpft hatten, war damit auch ihr revolutionäres Potenzial weitestgehend erschöpft. Die Angestellten oder gar die Beamten schieden aus leicht nachvollziehbaren Gründen ohnehin von vornherein aus, Antreiber gravierender gesellschaftlicher Veränderungen zu sein.

Die Zivilgesellschaft als Motor der Veränderung?

Heute scheint es die Zivilgesellschaft als Ganzes zu sein, der manche es am ehesten zutrauen, radikale Veränderungen anzustoßen. In der Regel werden dabei aber die Möglichkeiten des Einzelnen überschätzt, solange sich – zum Beispiel ein verändertes Konsumverhalten – lediglich auf individueller Ebene abspielt. Wirkliche und nachhaltige Veränderungen kann es nur geben, wenn sich auch die entsprechenden gesellschaftlichen und politischen Institutionen radikal ändern bzw. verändert werden. Zu glauben, man könnte unterhalb des Radars der Politik die Gesellschaft dauerhaft umgestalten, ist eine verhängnisvolle Illusion, der leider gerade auch viele alternativ und spirituell eingestellte Menschen verfallen. Sie setzen oftmals zu einseitig auf die Transformation des Bewusstseins und übersehen dabei, dass das allein nicht ausreichen wird, um einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel zu bewirken. So wichtig und notwendig die Veränderung des individuellen Bewusstseins auch ist, müssen wir gleichzeitig immer auch auf politischer Ebene denken und handeln. Andernfalls besteht die Gefahr, sich zu isolieren und ins Sektenhafte abzudriften.

Auch wenn mittlerweile größere Teile der Bevölkerung versuchen, einen nachhaltigeren Lebensstil zu praktizieren, nimmt doch in Wahrheit unser Konsum zu und damit auch die Größe unseres ökologischen Fußabdrucks. Grund dafür ist unser expansives Wirtschaftssystem, das vorrangig darauf ausgerichtet ist, immer mehr zu produzieren und gleichzeitig immer neue Bedürfnisse zu generieren. Wer sich heute das neue iPhone 12 kauft, wusste bis gerade nicht, dass er das jemals brauchen würde und schon morgen kann er sich kaum mehr vorstellen, wie er sein bisheriges Leben ohne dieses Stück Elektronik verbringen bzw. meistern konnte. Nur so kann sich dieses System, an dem wir alle mehr oder weniger, bewusst oder unbewusst beteiligt sind, überhaupt halten. Würde es auch nur für kurze Zeit stillstehen und kein Wachstum mehr generieren, hätte das umgehend negative Konsequenzen für alle Beteiligten. Wachstum ist somit die conditio sine qua non dieses Wirtschaftssystems. Wohlgemerkt: Dieses Wirtschaftssystems! Das heißt eben nicht, dass es grundsätzlich keine Alternativen gäbe. Wirtschaftswissenschaftler wie Tim Jackson und Niko Paech haben bereits den Versuch unternommen, die Grundlagen einer Postwachstumsökonomie zu skizzieren. Allerdings sind diese Konzepte noch keineswegs in Gänze überzeugend. Wir brauchen mehr Menschen, die sich mit diesen fundamentalen Fragen auseinandersetzen, mehr Mut und radikal neue Ideen, um eine funktionierende Postwachstumsökonomie zu entwickeln und erfolgreich in die Praxis umzusetzen.

Neben der Pflicht zum Wachstum leidet unsere Gesellschaft an einem nicht weiter reflektierten Freiheitsbegriff, der nicht unterscheidet zwischen »Freiheit von« und »Freiheit zu«. Es ist nicht nur legitim, sondern auch notwendig, sich von äußeren Zwängen, wie zu weit gehender staatlicher Bevormundung, zu befreien. Das betrifft vor allem den Widerstand gegen das zunehmende Abgleiten des Staates in den »Überwachungskapitalismus« (Shoshana Zuboff). Und in der sogenannten Coronakrise zeigt sich gerade die Wiederauferstehung des überwunden geglaubten Obrigkeitsstaates in seiner ganzen Hässlichkeit. Die Bundeskanzlerin spricht davon, »die Zügel anzuziehen« und andere Politiker möchten der Bevölkerung – oder soll man sagen dem Volk – buchstäblich »die Daumenschrauben« anlegen. Wir müssen deshalb auf der Hut sein, nicht noch zusätzlich einen Überwachungshygienismus zu etablieren, wo im Namen der Gesundheit grundlegende Freiheiten der Menschen dauerhaft infrage gestellt werden. Mit massiven Grundrechtseinschränkungen, dem Regieren am Parlament vorbei, der sogenannten Corona-Warn-App und der Diskussion um Privilegien für Geimpfte ist der Weg dahin bereits beschritten.

Die Freiheit von muss somit immer wieder aufs Neue, und in der Regel gegen gehörige Widerstände, erkämpft und verteidigt werden. Wer aber glaubt, das Recht zur Schädigung unserer Mitwelt zu haben, in dem er einen destruktiven, hyperkonsumtiven und in weiten Teilen unsozialen Lebensstil praktiziert, hat nicht verstanden, was Freiheit in Wahrheit bedeutet. Wirkliche Freiheit ist vor allem die Fähigkeit seine eigene Freiheit zu begrenzen – und vor allem da, wo sie die Interessen anderer tangiert. Und das meint selbstverständlich nicht nur die Interessen anderer Menschen, sondern auch die berechtigten Interessen der Natur. Es gibt nun mal kein naturgegebenes Recht auf Kreuzfahrten, täglichen Fleischkonsum oder den neuesten SUV.

Somit erweist sich die Hoffnung, die Zivilgesellschaft könnte als das neue revolutionäre Subjekt fungieren, offensichtlich als Illusion. Eher scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Viele Menschen sind zwar davon überzeugt, dass sich etwas ändern muss, aber nur insofern es nicht ihren persönlichen Lifestyle tangiert. Die Zivilgesellschaft scheint als Ganzes eher daran interessiert, den Status quo zu erhalten, als irgendwelchen weitreichenden Veränderungen mit ungewissem Ausgang zuzustimmen. Somit ist sie in Wahrheit in weiten Teilen reaktionär und wird versuchen, ihre Pfründe mit allen Mitteln zu verteidigen. Und dieser Verteilungskampf ist ja bereits im vollen Gange: »There’s class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning.« (Warren Buffet)

Der Zug in Richtung Selbstzerstörung muss angehalten werden

Es reicht schon lange nicht mehr, nur hier und da ein Schräubchen am großen Getriebe des Kapitalismus zu drehen. Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem wir entweder einen radikalen Richtungswechsel vornehmen oder mit hoher Geschwindigkeit gegen die Wand der planetaren Grenzen fahren. In Wahrheit zerschellen ja bereits die ersten Waggons an besagter Wand. Das wird nur kaum zur Kenntnis genommen, weil es sich dabei in der Regel um Passagiere der Zweiten Klasse handelt, die noch dazu den Fahrschein nicht bezahlen konnten oder wollten. In seinem Buch Klimakriege schreibt der deutsche Sozialpsychologe Harald Welzer, dass es naiv sei zu glauben, »der fahrende Zug der fortschreitenden Zerstörung der Überlebensbedingungen sehr vieler Menschen würde seine Geschwindigkeit und Richtung verändern, wenn man in seinem Inneren gegen die Fahrtrichtung läuft. Man muss die Richtung insgesamt ändern, und dafür muss der Zug erstmal angehalten werden.«

Hier genau zeigt sich das Problem. Der Zug muss erst einmal angehalten werden, um seine Richtung zu ändern. Aber welche gesellschaftliche Gruppe wäre dazu willens und in der Lage? So wie es aussieht keine, denn zu viele haben ein Interesse daran, dass der Zug seine Richtung und Geschwindigkeit beibehält. Und nicht wenige sind dreist genug zu behaupten, er könne sein Tempo sogar noch erhöhen. Doch dass dieser Zug seit einigen Jahrzehnten auf dem falschen Gleis Richtung Selbstzerstörung fährt, sollte mittlerweile auch der oder die letzte zur Kenntnis genommen haben.

Die Mehrheit der Menschen in den Industrienationen ist also offensichtlich nicht gewillt, ihren Lebensstil so weitreichend zu verändern, dass diese Erde auch noch für unsere Enkel als lebenswerter und lebenserhaltender Ort fortbesteht. So bleibt oft nur die Resignation nach dem Heideggerschen Motto: »Nur noch ein Gott kann uns retten«. Und viele Veröffentlichungen der letzten Jahre scheinen in diese Richtung zu tendieren. Es wird erst gar nicht mehr versucht, den Gang in die Selbstzerstörung zu verhindern. Jetzt geht es nur noch darum, das Gegebene zu akzeptieren und die Gesellschaft so widerstandsfähig zu machen, dass sie im besten Fall in Teilen erhalten bleibt. Das alles läuft unter dem inflationären Stichwort Resilienz. Vieles davon ist eine Art heroischer Nihilismus vom Schlage des deutschen Philosophen Oswald Spenglers, der im Jahr 1931 schrieb: »Nur Träumer glauben an Auswege. Optimismus ist Feigheit. Wir sind in diese Zeit geboren und müssen tapfer den Weg zu Ende gehen, der uns bestimmt ist. Es gibt keinen andern. Auf dem verlorenen Posten ausharren ohne Hoffnung, ohne Rettung, ist Pflicht. Ausharren wie jener römische Soldat, dessen Gebeine man vor einem Tor in Pompeji gefunden hat, der starb, weil man beim Ausbruch des Vesuvs vergessen hatte, ihn abzulösen. […] Dieses ehrliche Ende ist das einzige, das man dem Menschen nicht nehmen kann.«

Schafft die Natur »by disaster«, was uns »by design« nicht gelingt?

Aber diese Art Fatalismus kann in Wahrheit nicht überzeugen. Solange noch die Möglichkeit der Rettung besteht, sind wir moralisch dazu verpflichtet, alles dafür zu tun. Denn mit dem Leben, »ob es sich nun um das des einzelnen oder um das der Gesellschaft handelt«, verhält es sich anders als mit leblosen Dingen. Darauf hat bereits der Psychologe und Philosoph Erich Fromm aufmerksam gemacht. Hier spielt es »keine Rolle, ob die Heilungsaussichten 51 oder 5 Prozent betragen. Das Leben ist stets eine prekäre, nicht genau voraussagbare Angelegenheit, und die einzige mögliche Art zu leben ist, daß man alles daransetzt, das Leben zu retten, solange es noch zu retten ist.«

Und dann tauchte etwas auf, mit dem in dieser Form wohl kaum jemand gerechnet hatte: Ein Virus, dem man den Namen SARS-CoV-2 gegeben hat. Diesem aus zirka 30 000 Nukleotiden bestehenden RNA-Strang ist das gelungen, zu dem wir offensichtlich nicht in der Lage sind: den Zug zwar nicht zum Stehen gebracht, aber seine Fahrtgeschwindigkeit doch erheblich reduziert zu haben. Leider scheinen viele, selbst in Anbetracht dieses deutlichen Warnschusses der Natur, immer noch nicht begriffen zu haben, dass es jetzt wirklich höchste Zeit wäre, den Hebel radikal umzulegen, um dem Zug eine andere Richtung zu geben. Doch die Mehrheit hat offensichtlich nur einen Wunsch: Möglichst schnell zu einem Leben zurückzukehren, wie es vor der »Coronakrise« bestand. Man kann nur hoffen, dass genau das nicht passiert. Sollte aber diese Pandemie ohne weitreichende Konsequenzen bleiben, was unsere Art des Wirtschaftens und unseren Umgang mit der Natur betrifft, wird sich diese in nicht allzu ferner Zukunft ganz sicher etwas Neues einfallen lassen. Und eines sollte uns dabei ganz klar sein: Der Sieger in diesem ungleichen Kampf steht von Beginn an fest – und das werden nicht wir sein. »Der moderne Mensch erfährt sich selbst nicht als Teil der Natur, sondern als eine von außen kommende Kraft, die dazu bestimmt ist, die Natur zu beherrschen und zu überwinden. Er spricht sogar von einem Kampf gegen die Natur und vergisst dabei, dass er auf der Seite der Verlierer wäre, wenn er den Kampf gewönne.« Das schrieb der Ökonom Ernst Friedrich Schumacher bereits vor zirka fünfzig Jahren in seinem immer noch hoch aktuellen Buch Small is Beautiful. Es ist eine nüchterne Erkenntnis, die allerdings bis heute nicht in den Köpfen der Menschen angekommen ist.

Es ist eine Illusion zu glauben, wir könnten dieses Virus durch eine Impfung vollständig in den Griff bekommen. Viren haben leider die unangenehme Eigenschaft, sich fortlaufend zu verändern. Das ist der Grund, warum es trotz der seit Jahrzehnten existierenden Grippeschutzimpfung alle paar Jahre tausende und zehntausende Todesfälle durch das Influenzavirus allein in Deutschland gibt. Dieses Virus wird uns nicht nur die nächsten Jahre beschäftigen, sondern von jetzt ab für immer. Die Natur hat das Heft also noch einmal ein wenig fester in die Hand genommen. Und da draußen gibt es noch eine Vielzahl anderer Krankheitserreger, die das Potenzial haben, unsere technisch hochgerüstete Gesellschaft ohne weiteres empfindlich zu beeinflussen oder ganz lahm zu legen. Dieses vergleichsweise harmlose Virus mit einer geschätzten Mortalitätsrate von zirka 0,3 Prozent hat bereits massive und weitreichende Auswirkungen auf die Volkswirtschaften dieser Welt und die Lebensbedingungen der Menschen. Man möchte sich kaum ausmalen, was passiert, wenn wir mit einem Virus konfrontiert wären, das eine zehnmal so hohe Sterblichkeit zur Folge hätte. Es wäre sehr wahrscheinlich das Ende der Welt, so wie wir sie kennen.

Die fortschreitende Globalisierung, mit Massentourismus und gewaltigen erdumspannenden Lieferketten, sorgt dafür, dass sich jeder Krankheitserreger innerhalb kürzester Zeit über den gesamten Planeten verbreitet. Aufgrund der zunehmenden Urbanisierung werden sich die Städte weiter ausbreiten und damit die Lebensräume der Tiere immer mehr schrumpfen lassen. Die Gefahr weiterer Zoonosen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich dadurch drastisch erhöhen. Davon abgesehen werden wir uns in Zukunft mit vielen anderen Krankheiten auseinandersetzen müssen, die sich bedingt durch den fortschreitenden Klimawandel auch hier ausbreiten werden. Das fängt mit dem Dengue-Fieber an und wird mit Malaria nicht enden.

Demnach scheint die Natur selbst das neue Subjekt der Geschichte zu sein. Was uns nicht gelingt, bewerkstelligt sie mit Leichtigkeit, doch leider ohne Rücksicht auf Verluste. So ist die Corona-Pandemie »ein Weckruf, sie wirkt geradezu, als habe unser Planet sein Immunsystem aktiviert, um die Hochgeschwindigkeit unserer Selbstausrottung zu bremsen und sich vor weiteren Übergriffen jedenfalls temporär zu schützen« (Markus Gabriel). Die Frage ist allerdings, ob wir diesen Weckruf, der vielleicht der letzte ist, auch hören oder es zulassen, dass es die Natur sein wird, die uns gefühllos und brutal in unsere Schranken weist? Es wäre wohl jetzt die Zeit, einen groß angelegten Versuch zu starten, die Dinge wieder selbst in die Hand zu nehmen. Noch haben wir die Möglichkeiten dazu.

Das Subjekt der Geschichte kann nur die planetare Gemeinschaft sein

Es führt somit kein Weg daran vorbei, dass wir selbst die dringende Aufgabe haben, den Zug zum Stehen zu bringen, um ihn im nächsten Schritt auf völlig neue Gleise zu setzen. Wir kann in Anbetracht der Probleme aber nicht mehr einzelne Nationalstaaten heißen. Auch wenn es gerade nicht danach aussieht, ist der klassische Nationalstaat ein absolutes Auslaufmodell. Denn weder Viren noch der Klimawandel interessieren sich für Ländergrenzen; so wie der Sinn der Migration gerade darin liegt, diese zu überschreiten. Wir kann deshalb nur die planetare Gemeinschaft aller Menschen sein, der das Wohl alles Lebendigen, sei es des gerade existierenden oder erst noch kommenden, am Herzen liegt. Was wir brauchen ist eine Utopie im besten Sinne. Dabei muss nicht immer im Detail klar sein, wohin die Reise geht. Keine Utopie darf inhaltlich bereits bis ins letzte ausbuchstabiert sein, da sie dann Gefahr läuft, totalitär zu werden. Denn je konkreter der Inhalt der Utopie, desto mehr enthält sie in Wahrheit bereits Existierendes. Genau daran scheiterten die bisherigen Utopien, dass sie zu viele bereits vorhandene und damit konservative Elemente enthielten. Dabei steckt die Unbestimmtheit einer jeden Utopie bereits in ihrem Wort: Sie ist der Nicht-Ort (ou topos). Es ist der Ort, den es nicht gibt und den man sich im Detail auch noch nicht vorstellen kann. Sie ist demnach kein konkret zu erreichendes Ziel, sondern schafft vielmehr die Voraussetzung für eine Bewegung hin zu einer besseren, gerechteren und lebenswerteren Welt. Somit ist die utopische Bewegung eine Bewegung, die nie an ihr Ende kommt und auch nicht kommen darf.

Trotzdem muss hier und jetzt der Anfang gemacht werden. Und während wir als Weltbürgergemeinschaft diesen Weg gehen, muss es darauf ankommen, das Erreichte nie absolut zu setzen. Wir müssen uns fortwährend im Klaren darüber sein, dass jede Errungenschaft nur eine Stufe auf dem nie endenden Weg hin zu diesem, noch unbekannten Ort ist. Entscheidend dabei ist, wie wir den Weg gestalten, der zu ihm führt. 

Und tatsächlich gibt es mittlerweile weltweit eine Vielzahl von Organisationen, Gruppen und Initiativen, die auf allen Ebenen versuchen, aus dieser Welt einen besseren Ort zu machen. Der Umweltaktivist Paul Hawken schätzt ihre Anzahl auf mindestens eine Million und schreibt in seinem Buch Wir sind der Wandel: »Wenn wir davon ausgehen, dass die Menschheit ein einziger Organismus ist, können wir uns eine kollektive Bewegung vorstellen, die diesen Organismus schützt und in die Lage versetzt, mit Bedrohungen fertig zu werden. Diese Fähigkeit zur Reaktion würde wie ein Immunsystem funktionieren, das unabhängig vom Willen des Einzelnen agiert. Die gemeinsame Aktivität von Hunderttausenden gemeinnütziger Organisationen kann als das Immunsystem der Menschheit betrachtet werden, das uns vor schädlichen Einflüssen wie Korruption, wirtschaftlicher Fehlentwicklung und ökologischem Zerfall schützt.«

Hatte Markus Gabriel die Corona-Pandemie noch als das Immunsystem der Erde bezeichnet, so ist es jetzt die planetare Gemeinschaft aller Menschen und Organisationen, die sich für diesen Planeten engagieren. Wenn jeder von uns beginnt, sich als einen Teil dieser globalen Gemeinschaft zu verstehen, gibt es keinen Grund zur Verzweiflung. Die große Anstrengung zur Rettung der Erde hat gerade erst begonnen.

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